Aus der Fraktion.
Eine 4 Meter breite Asphaltstrecke, zwischen Heidelberg und Schwetzingen, ausschließlich für Fahrräder mit einer Maximalgeschwindigkeit von 30 Km/h, soll entlang des Bahndammes, zu kurfürstlichen Zeiten auch „Maulbeerallee“ genannt, nun gebaut werden. Wenn es nach dem Willen des grünen Landes-Verkehrsministers Herrmann, der federführenden Projektleitung der Stadtverwaltung Schwetzingen und einigen Eppelheimer Stadträten geht, ist diese Streckenführung, auch „Variante 2“ oder „Vorzugsvariante“ genannt, die Beste. Sie ist zumindest hinsichtlich der Kosten-Nutzen-Berechnung nur die zweitbeste Lösung. Die Variante 4, wesentlich weiter südlich geführt, hätte einen deutlich besseren Kosten-Nutzen-Effekt.
Vor 11 Jahren „viel zu gefährlich“! Heute plötzlich „ideal“?
Die EL-Fraktion lehnt die Variante 2 ab. Die Leonie-Wild-Straße wird dann nicht mehr für PKW nach Heidelberg befahrbar sein, eine Verkehrsverlagerung ins Eppelheimer Ortszentrum ist unserer Meinung nach absehbar. An der Kreuzung Rudolf-Wild-Straße/Leonie-Wild-Straße ist ein Konflikt vorprogammiert, allenfalls ein Kreisverkehrsplatz, der auch von Lkws befahren werden kann, böte sich als Lösung an. Die Hermann Wittmann-Straße, die in der Vergangenheit, als es um den „Edeka-Zaun“ ging, als zu gefährlich für Fußgänger und Fahrräder angesehen wurde, soll nun plötzlich gemeinsam mit den Transportbeton-LkW, den Edeka-Zulieferern und Supermarkt-Besuchern sowie den Besuchern des ASV-Sportparkes, als Fahrradstraße oder Radschnellweg für tauglich befunden werden. Auch viele der Naturschützer, die sich in der Vergangenheit um die Nistzeit und die geschützte Artenvielfalt des Bahndammes sorgten, haben nun plötzlich kein Problem, einen permanent beleuchteten Radweg mit bis zu 7 000 Fahrrädern pro Tag direkt neben dem Bahndamm zu sehen. Ganz zu schweigen vom Flächenverbrauch landwirtschaftlich genutzter wertvoller Ackerböden.



▲ Durch diese vielbefahrene Zufahrt zum Industriegebiet-Süd möchten das Stuttgarter Verkehrsministerium, die wenigen am Projekt beteiligten Interessensgruppen und die „federführende“ Stadt Schwetzingen einen Radschnellweg durch Eppelheim erzwingen.
Bisherige Vorplanung ohne Beteiligung Eppelheimer Interessen
Bisher erfolgte eine Bürgerbeteiligung zum Beispiel durch einen Projektbegleitkreis, dem neben Landwirten und Vertretern der beteiligten Stadtverwaltungen auch Vertreten verschiedener Verkehrs- und Naturschutzverbände angehörten. Vertreter des Eppelheimer Edeka-Embach, des ASV Eppelheim und des Betonwerkes waren da bisher ebenso wenig beteiligt, wie der Eigentümer des Bahndammes, Herr Dr. Wild oder die angrenzenden Firmen Capri-Sun oder ADM. Wie uns bei der Infoveranstaltung kürzlich versichert wurde, soll zumindest das nun geändert werden. Es macht womöglich schon Sinn, mit den unmittelbar Betroffenen beizeiten zu reden, findet unsere Fraktion. Ein weiteres ungeklärtes Problem sind die Flächen in Privateigentum, die für die Realisierung des RS-16 benötigt werden und dann frisch asphaltiert und versiegelt sind.
Eppelheimer Gemeinderat unter Schwetzinger „Federführung“ entmündigt
Eine Verbesserung für den Schulweg der Plankstädter Kinder wird unserer Meinung nach kaum eintreten, da der Radschnellweg entlang des Bahndammes einen deutlichen Umweg darstellen würde. Der Umstieg von bis zu 3 000 Autofahrern täglich aufs Fahrrad: Unserer Meinung nach reines Wunschdenken. Bisher wurde vom Eppelheimer Gemeinderat kein Beschluss zur Variante 2 gefasst. Der Radschnellweg ist formal gesehen eine Landesstraße. Beim mit knapper Mehrheit gefassten Beschluss zum Kooperationsvertrag mit den beteiligten Gemeinden hieß es noch „Jede Kommune könne die Vorschläge zur Trassenführung ablehnen.“ (Protokoll der Gemeinderatsitzung Vorlage 20/025). Bisher wurde die Variante 2 dem Gemeinderat jedoch nur zur Kenntnis gegeben. Es wird Zeit, dass nicht nur die Betroffenen, sondern die Eppelheimer Bürgerschaft in einer öffentlichen Veranstaltung in Eppelheim über die RS-16-Planungen entlang des Bahndammes informiert werden.
